WEIHNACHTEN AUF DEM PETERSPLATZ

Dezember 2018: es ist Weihnachten auf dem Petersplatz!

Die Zeichen der Weihnacht schillern auf dem von Berninis Kolonnade umringten Petersplatz und erfreuen Römer, Gläubige und Touristen.

Der Weihnachtsbaum und die Krippe wurden am 7. Dezember eingeweiht und werden bist Sonntag, den 13. Januar 2019 stehenbleiben.

Seit wann gibt es diesen Brauch?

1982 ließ der Heilige Johannes Paul II. eine Krippe am Fuß des Obelisken und den Weihnachtsbaum rechts daneben aufstellen. So brachte er volkstümliche Traditionen an diesen an sich institutionellen Ort: den Sitz des Pontifex Maximus Roms.

Zuvor wurden nur die Innenräume des Vatikans weihnachtlich geschmückt.

Der Weihnachtsbaum: Ehrung einer nordischen Tradition

Der Weihnachtsbaum entstand als Symbol (Christus ist das Immergrün, das niemals stirbt) und stammt aus dem germanischen Raum. Im Mittelalter wurden am 24. Dezember religiöse Theaterstücke über die Geschichte Adams und Evas inszeniert und man versuchte im Bühnenbild das Paradies durch mit roten Äpfeln geschmückte Nadelbäume nachzustellen. Später wurde der Schmuck durch andere Lebensmittel und Kerzen erweitert. Im 19. Jh. wurde dieser Schmuck schließlich durch geblasene Glaskugeln ersetzt.

1982 kaufte der Vatikan den Weihnachtsbaum noch an den Castelli Romani, doch bereits im Folgejahr wollten verschiedene Bergregionen Europas einen Baum stiften und sorgten so für lange Wartelisten.

Der erste Baum war 14m hoch, doch einige seiner Nachfolger forderten mit ihrer höhe sogar den Obelisken heraus (33m der Baum aus Österreich aus dem Jahr 2000 und 34m der aus Kalabrien 2006). Italien und Österreich haben die meisten Bäume gespendet.

1996 war der Baum 76 Jahre alt: genau wie der Papst. Kardinal Castillo Lara kommentierte wie folgt: „sie sind gemeinsam aufgewachsen und treffen sich im Herzen der Welt wieder“.

Respekt vor der Natur

Der Baum von 1982 wurde in den Vatikanischen Gärten wieder eingepfanzt. In der Folgezeit setzte man auf alte Bäume, deren Fällung jüngeren Bäumen daneben mehr Platz zum wachsen gab. Fast alle stammen aus kontrollierter Forstwirtschaft, in der stets wieder aufgeforstet wird.

Nach dem Abbau des Baums wird das Holz genutzt, um Gegenstände zu produzieren, die zu wohltätigen Zwecken verkauft werden.

Die Krippe: eine italienische Tradition

Die Krippe bezieht sich wortwörtlich auf die Futterkrippe, in der das Jesuskind gebettet wurde. Es ist ein Brauch aus dem italienischen Mittelalter, der unter dem Hl. Franziskus entstand.

Die Krippen auf dem Petersplatz (die von qualifiziertem Personal des Vatikans entworfen werden) waren unter Johannes Paul II. von der klassischen Hütte inspieriert und wurden unter Benedikt XVI. durch Figuren und Handlung bereichert.

Das Weihnachten von Papst Franziskus

Für Franziskus ist Weihnachten die Gelegenheit zur Inklusion von Armen, Kranken und Ausgegrenzten. Sein Papsttum hat sich für alternative künstlerische Formen geöffnet und so wurde 2016 die Krippe zum ersten Mal nicht von italienischen Künstlern, sondern von dem Malteser Manwel Grech geschaffen, der die für seine Insel typische Landschaft nachgebildet und sogar ein typisches Boot hinzugefügt hat, um an das Drama der Migranten im Mittelmeer zu erinnern.

2017 wurde der Baum von Kindern aus der Onkologie einiger Krankenhäuser Italiens geschmückt, die den Schmuck selber hergestellt hatten.

Für Weihnachten 2018 stammt der Baum aus dem Friaul und die Krippe ist ein Geschenk der Stadt Jesolo (bei Venedig) und dem Patriarchat von Venedig. Sie folgt nicht dem traditionellen Stil, sondern ist aus Sand: eine ungewöhnliche und originelle Wahl. Die Skulpturen aus Sand sind eine relativ neue Kunstform, die auch Dank internationaler Festivals bekannt geworden ist. Die Stadt Jesolo hat 700 Tonnen Sand von ihrem Strand gespendet, um die “Sand Nativity” zu schaffen, die von vier internationalen Künstlern modelliert wurde (zur Vertiefung: www.jesolosandnativity.it).