WEIHNACHTEN 2019 AUF DEM PETERSPLATZ

Warum ist Weihnachten am 25. Dezember?

Der italienische Begriff “Natale” für Weihnachten stammt vom lateinischen dies natalis, Tag der Geburt. Sowohl die Griechen als auch die Römer feierten den Geburtstag von Personen mit Festen und Geschenken.

Das römische Fest Natalis Solis Invictis, die Wintersonnenwende, fiel laut julianischem Kalender (45 v.Chr.) auf den 25. Dezember, die großen Feierlichkeiten entstanden erst in der Spätantike (Kaiser Aurelian 274).

In vielen heidnischen Kulturen ist die Sonnenwende – die längste Nacht des Jahres – mit spirituellen und esoterischen Bedeutungen aufgeladen, da man darauf wartete, dass das Licht zurückkehrt und die Natur langsam wiedererwacht.

In der Bibel wird das Geburtsdatum von Jesus nicht erwähnt, jedoch eigneten sich die Christen dieses Datum wohl an, um Jesus als wahre Sonne der Welt zu feiern.Papst Benedikt schrieb, dass Weihnachten bereits lang vor Aurelian am 25. gefeiert wurde (er bezog sich dabei auf Chroniken aus dem 3. Jahrhundert).

Neuere Studien bestätigen dieses Datum auf Basis von Berechnungen in Verbindung mit dem Bibeltext.

Der Hl. Johannes Paul II war der erste Papst, der Weihnachten auf dem Petersplatz gefeiert hat und 1982 einen Weihnachtsbaum und eine Krippe in der Mitte der barocken Kolonnade aufgestellt hat.

Der Baum

Vor 10 Jahren bat die Stadt Rotzo, auf der Hochebene von Asiago (Vicenza) den Vatikan darum, eine Tanne für Weihnachten 2018 (zum 100jährigen Jubiläum des Endes des 1. Weltkriegs, der in der Region gewütet hatte) spenden zu dürfen. Die Wartelisten für die prestigeträchtige Spende sind lang und in der Zwischenzeit haben andere Kommunen ihre Bäume geschickt. Aber Rotzo wurde vom 26.-30. Oktober 2018, zusammen mit anderen Bergregionen im Nordosten Italiens, von einem Unwetter heimgesucht, das zehntausende Hektar Wald zerstörte (wie im Dokumentarfilm “La notte di Vaia” dargestellt). Der Bergsteiger Reinhold Messner hat die Sturmböen mit denen auf dem Mount Everest verglichen.

Venetien, stets tüchtig und generös, hat seine Widerstandsfähigkeit gezeigt und dem Papst einen Nadelbaum geschenkt und sogar deren Transport bezahlt. Die 26m hohe Rotfichte auf dem Petersplatz stammte aus Rotzo.

Der Baum ist ca. 70 Jahre alt und stammt aus dem sich erholdenden Waldgebiet. Er wurde zur Abholzung gezogen und per Hubschrauber und Lastwagen transportiert.

DasGovernatorat hat sich um den Schmuck aus goldenen Kugeln gekümmert und die Beleuchtung wurde von Osram gespendet.

Gemeinsam mit diesem wurden auch 20 kleinere Bäume geliefert, für die Vatikanischen Museen, die Wohnung von Papst Franziskus und die Residenz vonBenedikt XVI.

Die Krippe

Die Krippe ist eine katholische Tradition, die am 25. Dezember 1223 vom Hl. Franz von Assisi eingeführt wurde: nach seiner Rückkehr aus dem Heiligen Land, hatte er die Idee, das Weihnachtsthema theatralisch darzustellen.

Italien hat eine jahrundertelange Tradition der Krippen und 2019 ist diese große Kunst auch im Vatikan zu bewundern.

Die Gemeinde Scurelle (Trento) hat eine Krippe gespendet, die die typische Architektur der Region wiederspiegelt: mit Holzbalken und -ziegeln bedeckte Dächer, die an die alten Ställe der Voralpen erinnern.

Die Krippe wird von 26 lebensgroßen Holzfiguren bevölkert, die typischen Aktivitäten der Bergbewohner nachgehen: Polenta kochen, Butter machen, Holz auf einem Schlitten ziehen. Ihre Kleidung stammt aus dem frühen 20. Jahrhundert.

Das I-tüpfelchen bildet eine perspektivische Verkürzung mit Kapitell, welche den venetischen Maler Cima da Conegliano (XV Jh.) zitiert, dessen Jungfrauen mit Kind von einer Aura des Friedens und der inneren Bewegung umgeben sind.

Ein Rahmen aus zersplitterten Baumstümpfen erinnert an den Sturm, der das Trentino verwüstet hat.

Baum und Krippe bleiben bist zum 12. Januar 2020 ausgestellt.