VIA DELLA CONCILIAZIONE

Die Via della Conciliazione verbindet die Engelsburg mit dem Petersplatz, wo eine Linie aus Travertin (die die Kolonnaden Berninis verbindet) die Grenze zwischen der Hauptstadt Italiens und Stadt der sieben Hügel mit dem Staat Vatikanstadt bildet.

Woher stammt der Name?

Vom Konkordat zwischen Italien und dem Heiligen Stuhl (Lateransverträge 11/2/1929) durch das nach dem Verlust des Kirchenstaates nach der Einigung Italiens (20/9/1870) ein neuer, unabhängiger Staat entstand. Es hatte 60 Jahre gedauert, um diesen Riss zu kitten.

Die Straße (die von Mussolini und Pius XI. gewollt wurde) entstand nach einem Projekt von Marcello Piacentini (dem Architekten des Regimes) und Attilio Spaccarelli um einen triumphalen Zugang zum Petersdom zu schaffen und Michelangelos Kuppel mehr Sichtbarkeit zu verschaffen.

Als Gian Lorenzo Bernini die Kolonnade schuf erreichte der Besucher den Petersplatz über ein Labyrinth aus schmalen Gassen und Häusern, ohne die Großartigkeit des Platzes von weitem erkennen zu können – was für einen enormen Überraschungseffekt sorgte.

Die Idee, vom Tiber zur Kolonnade eine Prachtstraße zu öffnen, um das großartige Szenario des Platzes zu unterstreichen, bestand bereits seit dem 17. Jh., wurde aber erst unter Mussolini umgesetzt. Am 28. Oktober 1936 begann die Zerstörung des Viertels Borgo (600.000 m³ Schutt), die ein Jahr dauerte: 1236 Familien verloren ihre Wohnungen und wurden in andere Zonen Roms umgesiedelt.

Ein vom Faschismus geprägter Stil für ein großartiges Projekt

Die Straße besitzt zwei Ehrenzugänge an ihren Enden: Säulen und Brunnen auf der Seite in Richtung Engelsburg, zwei gebogene Ziegelvorbauten in Richtung Petersdom; sie ist mit Obelisken aus Travertin geschmückt, die Laternen tragen, Zitate des Obelisken auf dem Petersplatz.

Nach einer Unterbrechung durch den Krieg, wurden die Bauarbeiten zum Jubeljahr 1950 beendet.

Das Vorhaben stieß auf Kritik nicht nur wegen des ideologischen Hintergrundes, eines „neoklassizistischen, razionalistischen, faschistischen“ Stils, der nichts mit der lokalen Tradition zu tun hat, sondern auch, weil er fast das gesamte alte Viertel neben dem Passetto und die befestigte Zitadelle dem Erdbogen gleich gemacht hat.Der Borgia Papst hatte für das Jubeljahr 1500 eine gerade Straße errichten lassen, die den Tiber mit den Papspalästen verband: Via Alessandrina, an der prestigeträchtige Bauten errichtet wurden. Hierdurch wurde der besondere Charakter des Borgo, der stets ein Mix aus den bescheidenen Sozialwohnungen, eleganten Privathäusern, Kirchen, engen Gassen, Wirtshäusern und Werkstätten war, allerdings nicht beeinträchtigr

Als die zentral gelegene Piazza Scossacavalli zerstört wurde, baute man den Brunnen ab und auf die Piazza Navona versetzt. Es wurden Kirchen und Häuser zerstört, aber einige wichtige Gebäude wurden gerettet, in dem man sie abtrug und in einem „falschen klassischen Stil“ wieder aufbaute.

Borgo: was gibt es vom Petersplatz ausgehend zu sehen

Rechte Seite (vom Petersplatz kommend):

Palazzo Armellini Cesi Kardinalspalast aus dem 16. Jh. Er ist gegen Spende zu besichtigen (Empfehlenswert!).

Palazzo Serristori, Architektur im Stil der florentiner Renaissance, er war Sitz der Botschaft der Medici, heute befindet sich darin eine Schule. Er wurde nicht zerstört, da er an der Via dei Cavalieri del Santo Sepolcro liegt.

Palazzo dei Penitenzieri Della Rovere

15. Jh., Kardinalspalast, vorbild war der Palazzo Venezia (seitlicher Turm und Fenster mit Welfenkreuz). Im Innern wurde er von Pinturicchio verziert und außen befinden sich zwei kleine Brunnen aus dem 17. Jh. mit dem Wappen der Borghese.

Im 17. Jh wurde er von den Penitenzieri di S. Pietro bewohnt, und ist heute Sitz des Ritterordens vom Heiligen Grab von Jerusalem und kann auf Anfrage besucht werden.

Am Borgo Santo Spirito befindet sich ein Krankenhaus, dass im Mittelalter entstand und noch heute in Betrieb ist und in der Nähe davon die “Ruota degli Esposti”, eine Art Babyklappe,, an der Frauen ihre ungewünschten Kinder in die Obhut der Kirche übergaben.

Linke Seite:

Palazzo Rusticucci (zerstört und wiederaufgebaut) von Bramante, original ist allerdings nur das Eingangstor. Hier wohnte Raffael von 1517 bis zu seinem Tod. Im 17. Jh. wurde er Teil des Palazzo dei Convertendi, er ist Besitz des Heiligen Stuhls.

Palazzo Torlonia, Kardinalspalast aus dem 15. Jh., der im 19. Jh. restauriert wurde, Fassade im Stil der Renaicance.

Hinter dem Palazzo Latmiral (1887), liegt S. Maria in Traspontina und letztlich das Auditorium della Musica für kulturelle Events und Shows.