Kustwerke Im Petersdom

Im Petersdom befindet sich eine enorme Anzahl an Kunstwerken, daher können wir uns hier nur auf eine beschränkte Auswahl von ihnen konzentrieren. Wir werden daher die Werke in den Höhlen und und in der Nekropole auslassen.
Der berühmtesten Skulptur, der Pietà von Michelangelo, haben wir einen eigenen Post gewidmet und über den Baldachin und die Kathedra Petri haben wir beiläufig im Artikel über Gian Lorenzo Bernini geschrieben.

 

Das Atrium: Der Konstantin und die Navicella

Bevor man überhaupt eine der fünf Portale des Petersdom überschreitet, gelangt man in ein wunderbares Atrium, das sich durch die goldenen Verzierungen an der Decke und den farbigen Marmor auf dem Fußboden auszeichnet.
Im Atrium befinden sich zwei Meisterwerke: die Statue des Konstantin von Bernini und die Rekonstruktion der Navicella degli Apostoli von Giotto.
Der Konstantin befindet sich auf der ganz rechten Seite, in einer Nische am Fuß der  Scala Regia. Die Skulptur zeigt die Syene der Vision des Kaisers Konstantin vor der Schlacht an der Milvischen Brücke. Demnach sah Konstantin im Himmel ein Kreuz und den Schriftzug In hoc signo vinces (in diesem Zeichen wirst du siegen) erscheinen. Der Überlieferung nach war es diese Erscheinung, die den Kaiser dazu bewgte, zum Christentum überzutreten.
Die Besonderheit dieses Werkes von Bernini liegt in der Art der Darstellung: Der Kaiser sitzt auf einem sich aufbäumen. Sowohl der Reiter als auch das Tier scheinen von der Extase und die Bestürzung von jemandem befallen zu sein, der eine göttliche Nachricht erhält. Zuvor wurde wurde diese Szene stets mit dem Kaiser entweder im Bett während eines Traums oder auf dem Schlachtfeld, in mitten seiner Soldaten dargestellt. Niemandem war es jemals gelungen, diesen Moment mit der Dynamik Berninis einzufangen.
Ursprünglich war die Statue für das Innere der Basilika gedacht. Als Papst Alexander VII beschloss, den Standort zu ändern, hatte Bernini bereits angefangen, den Marmorblock zu bearbeiten. Der neue Standort war für diesen Marmorblock jedoch zu groß. Bernini fand eine geniale Lösung: er schuf eine riesige Drapierung, die als Hintergrund dient und die traumartige Atmosphäre der Vision wiederspiegelt.
Die Navicella von Giotto, hingegen, liegt direkt vorm zentralen Eingangsportal des Filarete. Leider gehört nur ein Teil des Werkes zu dem Mosaik, das Giotto Anfang des 14. Jh. schuf. Der Rest ist eine getreue Nachbildung. Neben den Aposteln und Christus, zeigt das Mosaik unten links einen Fischer und rechts unten einen Mann im Wasser. Ersterer trägt die Züge Giottos, letzterer die Züge des Auftraggebers: Kardinal Jacopo Stefaneschi.

 

Gibt es im Petersdom viele Gemälde?

Der Petersdom wird von gut 10.000 m² von Mosaiken geschmückt. Nicht nur in der Kuppe, sondern auch alle anderen Gemälde sind eigentlich Mosaike. Ab dem 17. Jh. wurden alle Altartafeln und die anderen Gemälde im Petersdom durch perfekte Nachbildungen in Form von Mosaiken ersetzt. So sollten die Werke dauerhaft erhalten bleiben.
Anfang des 18. Jh. erfand der Brenner Alessio Mattioli eine matte Glasur, durch die die Mosaike kein Licht mehr reflektierte und die eine originalgetreue Nachbildung der Farbtöne der Gemälde ermöglichte.    
Ab 1727 gibt es im Vatikan eine Mosaikwerkstatt, die neue Mosaike auf Basis von Kartons von Malern realisiert und die alten Mosaike Restauriert.

 

Das Mosaik der Trasfiguration

Das berühmteste Mosaik ist sicherlich die Nachbildung der Trasfiguration von Raffael. Es befindet sich auf der Säule des Heiligen Andreas. Das Original hingegen befindet sich in der Pinakothek der Vatikanischen Museen.
Die Geschichte des Kartons zur Vorbereitung des Mosaiks ist sehr interessant. Er wurde 1744 dem Maler Agostino Masucci anvertraut, der jedoch kurze Zeit später erkrankte und die Arbeit nicht beenden konnte. Viele Jahre später, ging der Auftrag an Stefano Pozzi über. Da der Entwurf Masuccis unbrauchbar war und sich das Original in einer dunklen Kapelle befand, brauchte Pozzi länger als Vereinbart. Daher verlange er 200 Scudi mehr, als zur Bezahlung vereinbart waren. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, wies der Maler darauf hin, dass sein Arbeitsort sehr weit von seinem Zuhause entfernt lag, und er so einen langen und mühseligen Fußmarsch zu bestreiten hatte! Auch wenn diese Begründung die Verantwortlichen der Mosaikwerkstatt verwunderte, waren sie von dem Ergebnis so begeistert, dass sie seiner Forderung sofort nachkamen.

 

Die Löwen von Canova

Nur wenig von der Trasfiguration entfernt, in der Kapelle gegenüber der Säule der Heiligen Helena, liegt das Grabmal von Clemens XIII.
Dieser Skulpturenkomplex wurde von Canova Ende des 18. Jh. geschaffen. Über der Sarg ist der auf Knien betende Papst dargestellt. Unten, zu seiner Rechten, befindet sich eine Frau mit einem Kreuz in der Hand. Sie stellt die Religion dar. Links befindet sich der wunderschöne Genius mit seinen Flügeln. Diese beiden symbolischen Figuren ruhen auf zwei Löwen. Canova studierte das Aussehen der Löwen in dern Königlichen Gärten in Neapel. Dies war damals der einzige Ort in Italien, an dem man solche Tiere anschauen konnte.

 

Die Statuen der Orden

Zu guter Letzt wollen wir noch die Statuen der heiligen Ordensgründer erwähnen. Ende des 17. Jh. gab es im Hauptschiff noch 40 leere Nischen. Daher baten die wichtigsten religiösen Orden darum, sie mit den Statuen ihrer Gründer füllen zu können.
Die Dombaufabrik zu St. Peter nahm den Vorschlag an, erlegte den Orden aber einig strenge Regeln auf. Die Dombaufabrik behielt sich das Recht vor, ihr Einverständnis für die Künstler und die fertigen Statuen zu geben. Ebenso Wählte die Dombaufabrik die jeweilige Nische für die Statuen aus. Auch sollten sich die Orden darum bemühen, dass ausschließlich weißer Marmor aus Carrara verwendet würde und sie sämtliche Kosten tragen würden.