DER PRIVATE CIRCUS DES CALIGULA

Die Geschichte der Gegend des Vatikans geht weit vor den Bau des von Kaiser Konstantin im 4. Jh. in Auftrag gegebenen ersten Petersdoms zurück. Hier hatte bereits Caligula einen Circus bauen lassen, der später von Nero umgebaut wurde. Unter Nero begann auch die Christenverfolgung und der Vaticanum wurde zu einer Hinrichtungs- und später zu einer Grabstätte für die Märtyrer der neuen Religion.

 

Der private Circus des Caligula und die Auftritte Neros

Die Gegend, in der sich heute der Vatikan und die via della Conciliazione befinden, war im 1. Jh. n. Chr. sehr beliebt. Die römischen Patrizier bauten hier ihre mit riesigen Gärten, den sog. Horti, umgebenen Landvillen.

Nahe des Ortes, an dem heute der Petersdom steht, befanden sich die horti von Agrippina der älteren, der Mutter des Kaisers Caligula. Im Innern der Gärten ließ Caligula einen 500m langen und 100m breiten Circus anlegen. Darin fanden bist zu 20.000 Zuschauer Platz und er wurde hauptsächlich für Pferde- und Wagenrennen genutzt. Normalerweise schaute sich der Kaiser die Rennen nur von seinem Hofstaat umgeben an. Zu besonderen Anlässen wurde der Circus auch für die römische Bevölkerung geöffnet.

Im Jahr 37 n. Chr. ließ Caligula in der Mitte des Circus einen antiken, ägyptischen Obelisken aufstellen. Es handelte sich dabei um jenen Obelisken, der heute in der Mitte des Petersplatzes steht. An seinen aktuellen Aufstellungsort gelangte er 1586 auf Wunsch des Papstes Sixtus V.

Aufgrund seiner tiefen Abneigung gegenüber den Patrizierfamilien versuchte Caligulas Nachfolger Nero, sich bei der einfachen Bevölkerung einzuschmeicheln. Dazu erhöhte er die Freizeitangebote und organisierte viele Feierlichkeiten genau im Circus in der Gegend des Vatikans. Nero liebte es jedoch nicht nur, den Spektakeln zuzusehen: er Nahm auch selbst an Wagenrennen teil und trat als Lyraspieler auf.

Der berühmte Brand Roms im Jahr 64 n. Chr. wurde nicht, wie oft fälschlicherweise behauptet wird, von Nero gelegt. Sicher ist jedoch, dass er nicht sonderlich viel getan hat, um den Brand zu bekämpfen: durch den Brand wurden die luxuriösen domus des von ihm gehassten Adels auf dem Palatin zerstört. Durch die hohe Bevölkerungsdichte und die Tatsache, dass viele Häuser aus Holz gebaut waren, kam es im Rom jener Zeit recht häufig zu Bränden. Nero war das bestens bekannt, doch er bevorzugte es, den Christen die Schuld zu geben und damit die Christenverfolgung einzuleiten.

Einige der Märtyrer, darunter wohl auch der Heilige Petrus, wurden nördlich des Circus des Nero auf dem Vatikanischen Hügel hingerichtet.

 

Die heidnischen Beerdigungen

Bereits Mitte des 2. Jh. n. Chr. wurde der Circus nicht mehr genutzt und das Gelände Privatleuten zum Bau von Gräbern überlassen.

Die ersten Beerdigungen in der vatikanischen Nekropole, die unter dem heutigen Petersdom liegt, waren heidnische Beerdigungen. Der Friedhof wurde hauptsächlich von befreiten Sklaven genutzt, die zu Geld gekommen waren. Der Ort war perfekt: er lag nicht weit von der Stadt entfernt, jedoch außerhalb der Stadtmauern, in deren Innern Beerdigungen untersagt waren. Er befand sich knapp jenseits des Flusses und war mit der Stadt über zwei Brücken verbunden.

Die vatikanische Nekropole ist heute in 24 Einheiten unterteilt. Jede von ihnen ist mit einem eigenen Buchstaben versehen und eine zentrale Gasse verbindet die verschiedenen Bereiche.

Das größte und luxuriöseste Grab ist das Grab H. Es wurde entworfen, um 170 Verstorbene aufzunehmen. Letztlich fanden allerdings 250 Tote darin Platz. Auftraggeber war der befreite Sklave Gaius Valerius Herma, der es zu beneidenswertem Wohlstand und Bildung gebracht hatte.

Überraschen ist die Eleganz und der Reichtum an Verzierungen im Grab. Der Bodenbelag ist aus Marmor und in die Seitenwände sind Nischen für die Sarkophage der Familienmitglieder gemeißelt. An der hinteren Wand standen verschiedene Statuen von römischen Gottheiten, die zum Teil noch erhalten sind.

Im Innern des Grabes der Valerii wurden auch Statuen von Gaius Valerius Herma und seiner Frau Flavia gefunden. Hier müsste sich auch der Sarkophag des Valerinus Vasatalus befunden haben, der heute in der zentralen Gasse steht. Am unteren Teil des Sarkophags befindet sich ein Basrelief, das den Mann während einer Löwenjagt zeigt, im alten Rom ein Symbol für Stärke und Reinheit.

 

Die christlichen Beerdigungen

Durch die Verbreitung der Religion Peters und Pauls kamen zu den heidnischen auf christliche Gräber.

Im Grab M, dem kleinsten der Nekropole, befindet sich das älteste, bekannte, christliche Mosaik. Das Werk zeigt Christus als Sonne, was noch eine Vermischung von christlichen und paganen Elementen darstellt. Im unteren Teil wird hingegen eine Szene aus dem Alten Testament dargestellt: es zeigt Jonas, der gerade vom Wal verschlungen wird.

Um hingegen das Petrusgrab zu besichtigen, muss man sich ins sog. Feld P begeben. Der Apostel wurde in nackter Erde beigesetzt. Ein Jahrhundert später wurde über dem Grab jedoch eine kleine Kapelle mit zwei kleinen Säulen und einer Gedenktafel aus Marmor errichtet. Ein kleiner Teil der Kapelle ist noch heute sichtbar.

Zu späterer Zeit bevorzugten die Christen es, ihre Grabstätten von den Nekropolen ind die Katakomben zu verlegen. Da die Körper konserviert und nicht verbrannt wurden, brauchte man einfach mehr Platz.

Anders, als oft behauptet wird, waren die Katakomben kein Ort für religiöse Zeremonien. Sie waren feuchte und übelriechende Orte, an denen man sich nicht gerne aufhielt. Hier konnten die Christen ihre Angehörigen beerdigen, ohne Unsummen für ein Stück Land oder ein gemauertes Grab ausgeben zu müssen.

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